Im Augarten
Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.
Autor: feli
Datum: Dienstag, 7. Oktober 2008 22:37
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Allgemein
Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren
3 Kommentare
Login erforderlich
Donnerstag, 9. Oktober 2008 14:30
[…] Wiener Augarten drehten meine Freundin und ich das Video Laub in Bewegung. Witzig, wie ich finde… Tags » Autor: eriq Datum: Donnerstag, 9. Oktober 2008 […]
Donnerstag, 9. Oktober 2008 21:05
Am Ende einer nicht sonderlich aufregenden Kunstdekade stimmt mich diese Darbietung von Videoperformancekunst heute ausgesprochen hoffnungsvoll, liefert doch die hier gezeigte ekstatische Motivrhythmisierung innovative Ansätze zu einer neu ausgerichteten künstlerischen Standortbestimmung.
Die beiden Künstler reflektieren auf jeweils eigene Weise die Grundbedingungen von Gestaltung, also die Mittel, die zur Emotion führen und die einer Emotion wesentlich sind. Felicitas Karle und Erik Burger haben über die Jahre einen ausgesprochen eigenwilligen Fortbewegungsstil entwickelt, in dessen Mittelpunkt fließende filigrane Liniengeflechte stehen. Bestimmend wirken die horizontalen, ruhig gerundeten oder prismatisch gespitzten Flächenteilungen, die flächig entfalteten, engmaschig verspannten Lineaturen, also diese spezifische ornamentale Geometrie, die luftigen, vielfach geschichteten Überlagerungen der Bewegungen, eben jenes besondere Muster von Transparenz und flächiger wie räumlicher Verdichtung, schließlich die reinen Energien sowie das nebulöse Aufscheinen assoziativer landschaftlicher oder gegenständlicher Bezüge. In der linearen Konzentration, der lapidaren Prägnanz des rhythmischen All over und der geistreichen formalen Reduktion offenbart sich eine außergewöhnliche Ökonomie der gestalterischen Mittel, die mit großer Sicherheit die Darbietung strukturiert und in vitaler Spannung hält. Die Bewegungen der Künstler sind etwas Besonderes: Sie bleiben nicht
länger dienender Bestandteil des Vorwärtskommens und umschreibende Grenzen, die nur Länge,
aber keine Breite besitzen, sondern sie sind ambivalent, da sie zu Zwei- und sogar zu Dreidimensionalität drängen, über Tiefe und Konturen verfügen, Form wie Intervall bezeichnen,
also zu vollständig autonomen Elementen emanzipiert sind. Ihre Performance ist eine Art
darstellerischer Kalligraphie, arrangiert ein zartes Gespinst aus Arabesken, die zu duftiger Transparenz aufgespaltet werden.
Damit werden, und das darf man nicht verharmlosen, klassische Dogmen und zeitgenössische
Mythen kritisch hinterfragt und vermeintliche „Prinzipien der Kunst“ durch eine neue geläuterte
Art von Expressionismus ersetzt. Das Konzept ist hier die persönliche Handschrift, nicht länger nur die vordergründig expressive Geste. Aus diesen hintergründig impulsiven Manövern resultiert die sinnliche, dabei meditative Präsenz der Arbeit, die den Betrachter deshalb so tief ins Bild hinein zieht, weil das Gewicht und ihre besondere Aura gänzlich innerhalb des Monitors konzentriert sind.
Eine Abhandlung von Steffen Krüger
Freitag, 10. Oktober 2008 16:26
Tolles Blog im Allgemeinen und hochkarätige Performance im Besonderen!
Viele Grüße
Konrad